Skriptum Ausgabe 2 ist online!

Nach wochenlanger Arbeit freuen wir uns, den Onlinegang der Zweiten Skriptum-Ausgabe verkünden zu dürfen. Eingang in die neue Ausgabe fanden 3 Seminararbeiten, zwei Rezensionen sowie ebenfalls zwei Essays und ein Beitrag der Rubrik „Blick in die Historikerwerkstatt“.
Den Anfang machen Simone Würz und Moritz Lenglachner. Unter der Rubrik „Blick in die Historikerwerkstatt“ stellen sie die Arbeit mit historischen Urkunden, am Beispiel Friedrichs III vor. Einzelne Arbeitschritte, wie Datierung, Verortung und Zuordnung, werden erläutert und im Projekt Regesta Imperii präsentiert. Wie der bereits viel genutzte RI-Literatur-OPAC, möchte auch die Regesten-Datenbank ihren Fundus online für Jedermann zugänglich machen. So erhalten wir Einblick in ein Berufsprofil, welches traditionelle Quellenarbeit mit der medialen Entwicklung des Fachs verknüpft.
„Gedanken und Überlegungen zum Einsatz numismatischer Quellen im Geschichtsunterricht“ macht sich Max Grünntgens und liefert zahlreiche Argumente, die die Nutzung der historischen Sachquellen innerhalb der Schule unterstützen. Ähnlich einem Unterrichtsentwurf, werden dem Leser konkrete Vorschläge zur thematischen Gestaltung und methodischen Konzeption des Geschichtsunterrichts mit verschiedenen Münzprägungen aus allen Epochen geboten.
Ganz grundlegende Überlegungen stellt Miriam Breß in ihrem Essay „Erinnern, Gedenken, Lernen“ an. Die Entwicklungstendenzen des Umgangs mit der nationalsozialistischen Vergangenheit lassen die vorherrschende Erinnerungskultur in Deutschland zu Tage treten. Diese wird kritisch reflektiert und um einige Ideen, meist gedenkstättenpädagogischer Art, bereichert.
Eine systematische Quellenauswertung befähigte Christian Wölfelschneider zur Beantwortung der Frage „Strebte Caesar nach dem Königtum?“. Es ist die corona aurea, welche die ausschlaggebenden Indizien liefert und er kommt zu dem Schluss, dass Julius Caesar Zeit seines Lebens nicht die Königswürde beanspruchen wollte. Im Gegensatz dazu wird in der Seminararbeit „Die Macht des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Auswirkungen bürgerlicher Werte auf die Gesellschaft“ von Katharina Thielen geheimes Machtstreben aufgedeckt und das sogenannte Bürgertum seiner Verlogenheit überführt. Mit Hilfe der soziokulturellen Theorie Pierre Bourdieus kann der Zusammenhang zwischen Werten, Macht und Ungleichheit aufgezeigt werden und ein exaktes Bild der Gesellschaftsstrukturen der Neuzeit entsteht.
Ideologiekritisch geht es weiter, denn die dritte Seminararbeit „Faschismus und Altertum.“untersucht die Rezeptionsmechanismen bezüglich der Antike zur Zeit des italienischen Faschismus. Florian Battistella gelingt es, die Komplexität der ideologischen Verknüpfung der antiken Kultur und des faschistischen Gedankenguts anhand des Mythos Rom aufzuzeigen.
Eine ganz andere Thematik behandelt die darauffolgende Buchbesprehungg: Der Sammelband „Vom Scheitern der Demokratie – Die Pfalz am Ende der Weimarer Republik“ beinhaltet regionalgeschichtliche Untersuchungen, die ein detailreiches Bild des pfälzischen Gebiets in der Krisenzeit zwischen der Weltwirtschaftskrise 1929 und der Machtübernahme Hitlers zeichnen und so einen wesentlichen Beitrag zur Landesgeschichte leisten – so der Schluss des kritischen Rezensenten Yves Grossmann.
Eine weitere Rezension über das Werk „Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf dem heutigen Gebiet Rheinland-Pfalz.“ folgt von Katharina Ücgül und Dominik Kasper. Die Region bleibt die Gleiche, die Thematik jedoch eine ganz andere. Die Publikation stellt „Wissenschaftliche Darstellung und Materialien für den Unterricht“ bereit Unter besonderer Berücksichtigung des didaktischen Teils der Veröffentlichung werden u. a. inhaltliche Konzeptionen, Quellenfundus und die Aufbereitung der Arbeitsmaterialien a auf den Prüfstand gestellt, sodass dem potentiellen Nutzer, dem Geschichtslehrer, die Vor- und Nachteile des Buches aufgezeigt werden können.

Wir hoffen euch erneut mit abwechslunsgreichen Themen zu verschiedenen Epochen die geschichtswissenschaftlichen Arbeiten der Studierenden an der Universität Mainz vorstellen zu dürfen und freuen uns, neue interessante Perspektiven innerhalb des Fachs und darüber hinaus beleuchten zu können.

Viel Spaß beim Lesen!

Die Skriptum- Redaktion

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